Coalescer-Systeme
An vielen Standorten in Zentraleuropa, Asien bzw. generell in Küstennähe herrschen, besonders im Frühjahr und im Herbst, extreme Wetterverhältnisse in der Form, dass über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen sehr starke Nebelphasen vorherrschen. In diesen Zeiten wird in die Filteranlage sehr viel offene Nässe eingetragen.
Wenn gleichzeitig, wie bei Installationen in Küstennähe, auch sehr viele Salzpartikel vorhanden sind, die typischerweise zu wesentlichen Anteilen im Feinfilter abgeschieden werden, ist darauf zu achten, dass diese Filterstufe unbedingt trocken bleibt.
Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass die abgeschiedenen Salzpartikel sich kristallin verändern, gelöst werden und als Aerosol oder Flüssigkeit durch das Filter durchtreten und sich auf der Schaufel der Gasturbine absetzen.
Ein wirksamer Schutz der Turbine vor löslichen Salz- oder anorganischen Partikeln kann somit nur gewährleistet werden, wenn die letzte Filterstufe nicht durchnässt, d.h. keine offene Nässe bis zum Feinfilter gelangt.
Als erste Stufe kommen alternativ vertikale Tropfenabscheider (wirksam für Tropfen > 15 - 20 µm) oder Coalsecer-Matten bzw. -Zellen zum Einsatz. Je nach Einsatzbedingungen werden beide auch kombiniert.
In der Coalescer-Matte, die Tropfen ab 2 - 5 µm abscheidet und sammelt, laufen die Tropfen dann an den sich senkrecht befindlichen Glasfasern herunter und werden in einer Drainage abgeführt. Wird während einer Extremphase die Filtermatte gesättigt, besteht die Gefahr, dass Wassertropfen abgeweht werden und eine direkt nachgeschaltete Feinfilterstufe nass wird. Aus diesem Grund können Tropfenabscheider dazwischen angeordnet werden, um abgewehte Tropfen abzuscheiden und ebenfalls der Drainage zuzuführen.
Zusätzlich bietet eine eventuelle 2. Filterstufe zwischen Coalescer-System und Feinfilter Schutz und es wird gewährleistet, dass die Feinfilterstufe auch bei den extremen Nebelbedingungen trocken bleibt und somit den Gesamtabscheidegrad der Filteranlage gewährleistet.